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Die Klavierstücke Op 116 - 119 sind Seiten aus dem Tagebuch eines alten Mannes

Sie sind eher kurz. Die meisten hat Bahms INTERMEZZO genannt. Auch als Amateur kann man sich an einigen dieser letzten Klavierstücke des Meisters abarbeiten.
Und viel dabei lernen: über Musik, über das Leben . . .

Das Ende von Intermezzo 117/2 ist einfach traurig.
Die oberen Stimmen (rechte Hand) erzählen, was noch alles schön wäre, auch am Ende des Lebensweges. Die Basslinie (in der linken Hand) wiederholt ständig GEHT NICHT!
Schließlich geben die Melodiestimmen auf.

Intermezzo 118/4 ist von Beginn an unruhig, aufgeregt. Komplizierte Kompositionstechnik: Kanon mit sehr kurzem Abstand der Stimmen.
Keine Spur von Resignation wie in 117 / 2. Am Ende fällt strahlendes F-Dur vom Himmel. Richtig heiter ist es trotzdem nicht!



Ich bin 11 Jahre alt. Meine Klavierlehrerin beschließt: "Jetzt ist BRAHMS dran. Du arbeitest an Intermezzo 116/6".
Los gehts: am Anfang ein E-Dur-Dreiklang; doch wird's merkwürdig, eine Melodie kriecht einfach mitten durch die Akkorde hindurch.

Richtig schön ist der Mittelteil (mit Polyrhytmik 3 gegen 2).